• #85 Autorin auf der Walz | Was hat es mit Stadtschreiber:innen auf sich? (Mit Lena Schätte)
    2026/06/08

    Wie ist es, wenn man als Autorin – im metaphorischen Sinne –auf die Walz geht? In dieser Folge haben wir Lena Schätte bei uns zu Gast. Sie ist Stand heute – Sommer 2026 – Stadtschreiberin der Stadt Erfurt und lebt momentan von verschiedenen Literatur- und Aufenthaltsstipendien. Eine eigene Wohnung hat sie nicht.


    Nach ihrem Studium des Literarischen Schreibens am Deutschen Literaturinstitut Leipzig hat sie große Erfolge mit ihrem Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ erzielt. Sie hat den W.-G.-Sebald-Literaturpreis undden Förderpreis Nordrhein-Westfahlen erhalten, war für den Deutschen Buchpreis 2025 nominiert, wo sie es auf die Longlist geschafft hat, und wurde kürzlich für den Ingeborg Bachmann Preis nominiert.

    In Erfurt hat Erina sie über die Romanwerkstattkennengelernt, die sie im Rahmen ihres Stadtschreiberinnen-Amtes anbietet. Und sie hat sich zu unserer großen Freude bereit erklärt, unsere Neugierde zu ihrem Werdegang in einer Podcastfolge zu stillen.

    Bücher dieser Folge (Spoilerwarnung):

    » "Das Schwarz an den Händen meines Vaters" von Lena Schätte


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    54 分
  • #84 Resilienz | Wie hält man seine Gefühle aus?
    2026/06/01

    Resilienz. Das Wort zierte eine Weile viele Bestsellerwändeund doch sind sich viele Menschen unsicher, was genau es bedeutet. Manche denken, es bedeutet, keine Emotionen mehr zu haben, abgebrüht und kühl und damit überlegen zu sein. Andere denken es bedeutet so viel wie „die Zähnezusammenbeißen und durchpowern“.

    In dieser Folge sprechen wir über unser Verständnis von undunsere eigenen Erfahrungen mit Resilienz. Was bedeutet sie in unseren Augen? Geht es darum, seine Emotionen besser auszuhalten? Wie genau sieht das aus? Was sindkurzfristige Strategien? Und was bedeutet Resilienz, wenn man sie langfristig betrachtet?

    Ein Hinweis: Wir sind keine ausgebildeten Therapeutinnen,Psychologinnen oder Ärztinnen. Alles, was wir hier austauschen, sind unsere eigenen Ansichten, Erfahrungen und das, was wir zu dem Thema recherchiert haben. Die Methoden, über die wir in dieser Folge reden, dienen der Selbstfürsorge, aber sie ersetzen im Ernstfall keine Therapie. Solltest du Hilfe benötigen such dir bitte professionelle Unterstützung.


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    46 分
  • #83 Immersion | Wie entsteht Kopfkino beim Lesen?
    2026/05/25

    Hast du schon einmal erlebt, dass eine Geschichte dichvöllig in ihren Bann gezogen hat? Dass du für die Dauer des Lesens deinen Alltag und dein Umfeld vergessen und die Erzählung völlig als Realität angenommen hast? Wenn dir das bekannt ist, dann weißt du sicher, welche Kraft eine solche Geschichte entfalten kann. Echte Gefühle entstehen, man fühlt sich mit den Figuren verbunden wie mit guten Freunden oder exorbitanten Feinden, Verstand und Herz öffnen sich und man wird empfänglich für neue Ideen und Lektionen.


    Diesen Zustand nennt man auch „Immersion“ – also einvölliges „Eintauchen“. Und es gibt Mittel und Wege, den eigenen Text immersiver zu machen.

    In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Immersion so wichtig ist und wie sie entsteht. Auch brainstormen wir eine Liste möglicher Stellschrauben, die man als Autor:in zur Verfügung hat, um den eigenen Text nahbarer zu machen.

    Noch ein Hinweis in eigener Sache: Seit neuestem bietet ErinaLektorate mit einem Fokus auf genau dieses Thema an. Wenn du Interesse hast, schau doch mal auf ihrer Website vorbei: www.lektorat-immersion.de.

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    45 分
  • #82 Demand Avoidance | Warum wehren wir uns gegen externe Anforderungen?
    2026/05/18

    In der heutigen Folge geht es um Demand Avoidance. Demand Avoidance beschreibt das innere Ausweichen, Blockieren oder den Widerstand, der entsteht, sobald jemand eine Anforderung an einen stellt. Der Begriff wird vor allem im Zusammenhang mit Autismus benannt, wo es den PDA-Typ gibt (PDA für Pathological Demand Avoidance), aber auch unter ADHSler:innen sind leichtere Facetten von Demand Avoidance bekannt.

    Und dabei geht es nicht immer um große Aufgaben. Manchmal reicht es schon, dass man eine Nachricht beantworten soll oder ein Bild aufhängen. Wir sprechen darüber, warum dieses Vermeidungsverhalten bei ADHS auftritt, warum es nichts mit Faulheit oder Trotz zu tun hat, und weshalb dieser Widerstand eher eine instinktive Schutzreaktion ist, als eine bewusste Entscheidung.

    Ein kurzer Hinweis: Wir sind keine Therapeutinnen oder Ärztinnen. In dieser Folge berichten wir aus unserer persönlichen Erfahrung, aus Beobachtung und aus dem, was uns geholfen hat, nicht aus einer professionellen oder klinischen Perspektive.

    Drei Gedanken aus der Folge:

    1. Demand Avoidance ist meistens eher eine Reaktion auf Druck, nicht auf die Aufgabe selbst. Der Stress entsteht durch die plötzliche Anforderung. Gerade bei ADHS spielen hier Überforderung, emotionale Dysregulation oder Versagensangst eine Rolle, aber auch Zeitblindheit und das Gefühl von Autonomieverlust. Dass wir dicht machen und die Aufgabe nicht ausführen können ist ein Schutzmechanismus, kein Trotz.
    2. Externe Deadlines geben Struktur, Relevanz und einen Rahmen. Sie können uns helfen, Aufgaben anzugehen, ohne uns die Autonomie zu nehmen. Denn theoretisch können wir bei einer Deadline immer noch selbst entscheiden, ob wir jetzt oder später anfangen und wie wir die Aufgabe umsetzen. Direkte Anforderungen, insbesondere, wenn wir „jetzt sofort“ etwas machen sollen, fühlen sich dagegen schnell an wie Kontrolle, Kritik oder Einengung. Die Deadline sagt: „Das ist wichtig.“ Die Anweisung sagt: „Du musst jetzt.“
    3. Demand Avoidance wird nicht durch mehr Druck besser, sondern durch Sicherheit.
      Zu verstehen, dass es ein „Ich kann gerade nicht“ ist und kein „Ich will nicht“, nimmt Scham aus der Situation und wenn es möglich ist, können wir vielleicht sogar mit unserem Gegenüber darüber reden. Auch „nein“ sagen lernen kann auf Dauer helfen, insbesondere, wenn wir das „nein“ bewusst aussprechen, nachdem wir einmal tief durchgeatmet haben.

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    40 分
  • #81 Double-Check | Warum vertrauen wir uns selbst nicht?
    2026/05/11

    Bevor ich das Haus verlasse, überprüfe ich mehrfach, ob ich den Schlüssel eingepackt habe. Wenn ich Entscheidungen treffe, dann stelle ich sie spätestens am nächsten Tag in Frage. Und manchmal entscheide ich gar nicht erst selbst, sondern frage direkt eine andere Person, was ich machen soll.

    Warum? Weil ich mir selbst nicht vertraue. Und so geht es vielen Menschen mit ADHS.

    In dieser Folge tauschen wir uns über unsere Erfahrungen mit diesem Thema aus und schauen uns an, warum es uns so geht und wie wir damit umgehen können.

    Ein kurzer Hinweis: Wir sind keine Therapeutinnen oder Ärztinnen. In dieser Folge berichten wir aus unserer persönlichen Erfahrung, aus Beobachtung und aus dem, was uns geholfen hat, nicht aus einer professionellen oder klinischen Perspektive.

    3 Punkte aus der Folge:

    1. Im Alltag gibt es so viele Situationen, in denen wir merken, dass wir uns nicht vertrauen. Das äußert sich darin, dass wir mehrfach überprüfen, ob wir das Handy dabei haben, kleinste Handlungen bis ins Detail im Kopf durchgehen und alle Eventualitäten mitdenken oder unsere Partner fragen, was es zum Essen geben soll. Verschiedene Symptome, aber allen liegt das gleiche Problem zugrunde. Wir haben gelernt, dass wir Fehler machen, die Konsequenzen haben, wenn wir nicht alles wieder und wieder hinterfragen.
    2. Es ist nicht leicht, sich selbst zu vertrauen, wenn wir über viele Jahre gelernt haben, dass wir ständig Dinge vergessen oder die falschen Entscheidungen treffen und dann mit den Konsequenzen leben mussten. Das Stichwort heißt: korrigierende Erfahrungen. Wir müssen lernen, dass es nicht schlimm ist, wenn wir mal etwas vergessen, oder die falschen Entscheidungen treffen. Und zwar immer, und immer wieder. Das dauert seine Zeit.
    3. Menschen, die nicht an ihrem Selbstvertrauen zweifeln, gehen viele Dinge ganz anders an. Der innere Dialog ist anders. Statt „wenn das schief geht wird etwas schlimmes passieren“ denken sie: „Ich komme damit klar, egal was passiert“. Fehler bedrohen nicht automatisch das Selbstbild, sondern sind Möglichkeiten zu lernen und zu wachsen. Die Frage ist also vor allem, wie wir mit uns selbst sprechen und wie wir Dinge bewerten.


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    47 分
  • #80 Stolz | Warum empfinden wir Stolz und wie gehen wir damit um?
    2026/05/04

    Stolz hat viele verschiedene Facetten. Manche Menschenempfinden Stolz, wenn sie eine Herausforderung gemeistert haben oder Teil von einer Gruppe sind, mit der sie sich identifizieren. Andere sind stolz auf Besitztümer, die sie sich erarbeitet haben. Man kann stolz darauf sein, wer manist und wie man sich entwickelt hat oder sogar auf die Erfolge einer Person, die einem nahesteht.

    Doch was genau ist „Stolz“?

    Und welchen Zweck erfüllt er für das Individuum?

    In dieser Folge sprechen wir über unsere eigenen Erfahrungen mit Stolz, wo wir ihn empfinden und wo wir Schwierigkeiten damit haben, welchen Zweck er erfüllt und wo er schädlich sein kann.

    Ein Hinweis: Leider war mein Mikrofon bei dieser Folge nichtganz richtig eingestellt und übersteuert, wenn ich zu angeregt diskutiere. Natürlich bin ich nicht stolz darauf, aber das ist kein Grund, euch die Folge vorzuenthalten, nicht wahr?


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    53 分
  • #79 Hässliche Gefühle | Wie geht man mit Missgunst, Verbitterung, Arroganz etc. um?
    2026/04/27

    Ich bin neidisch. Diesen Satz habe ich in letzter Zeit öfter gehört, vorgebracht wie eine Enthüllung. Ich traue mich das jetzt zuzugeben. Aber Neid ist ja auch ein wichtiges Gefühl. Es zeigt uns, was wir wollen. Und ich bin ja auch nur neidisch, nicht missgünstig.

    Da ist es: Missgunst, ein Gefühl, für dass wir uns schämen sollten. In einer Reihe mir Verbitterung. Verachtung. Häme. Es gibt Gefühle, die sind so hässlich, dass wir sie besser verstecken. Gefühle, die als Makel gelten, als würde man mit ihnen zugeben, eine dunkle Seite zu haben.

    In dieser Folge sprechen wir über diese hässlichen Gefühle. Warum haben wir sie? Was wollen sie uns sagen? Und wie gehen wir mit ihnen, ohne sie wegzudrücken, aber auch ohne uns oder anderen damit zu schaden?

    Eine kurze Anmerkung: Wir sind keine Therapeutinnen oder ausgebildete Psychologinnen. Wir schildern hier nur unsere Sicht auf das Thema, wie es uns damit geht und was wir uns angelesen haben.

    Drei Gedanken aus der Folge:

    1. Hässliche Gefühle wie Missgunst, Groll oder Verachtung sind starke Gefühle, die sich oft über eine längere Zeit entwickeln. Sie zeigen uns sehr klar, dass etwas nicht stimmt, weisen auf ein unerfülltes Bedürfnis hin, eine Bedrohung, ein Gefühl von Ungerechtigkeit oder ein bröckelndes Selbstbild. Sie haben eine Schutzfunktion, auch wenn sie sich nicht schön anfühlen.
    2. Wir sprechen selten über diese Gefühle und wenn, dann neigen wir dazu, eine harmlosere, akzeptiertere Variante zu nutzen, wie Neid, Schadenfreude oder sauer auf jemanden sein. Hässliche Gefühle passen nicht zu dem Bild, das wir von uns zeigen wollen. Und es ist auch nicht immer hilfreich, jederzeit über diese Gefühle zu sprechen, weil sie insbesondere zwischenmenschlich bei Konfrontation große Problemfelder aufmachen können. Sie einfach zu ignorieren hilft aber in der Regel auch nicht.
    3. Es geht nicht darum, hässliche Gefühle einfach nur auszuhalten oder ihnen blind nachzugeben, sondern darum, sie zu verstehen. Welches Bedürfnis steckt dahinter? Braucht es eine Grenze, ein Gespräch, eine innere Klärung oder einfach Akzeptanz? Nicht jedes Gefühl verlangt Handlung. Aber jedes Gefühl verdient Aufmerksamkeit.

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    40 分
  • #78 Abbrechen | Wie entscheidet man, wann es an der Zeit ist, etwas loszulassen?
    2026/04/20

    Ende gut, alles gut?

    So einfach ist es leider nicht. VieleDinge, die man anfängt, verlieren im Laufe des Weges an Glanz oder Sinnhaftigkeit – das Schreibprojekt läuft ins Leere und wird uninteressant, der Urlaub wird zur gesundheitlichen Belastung, das Hobby erfüllt einen nicht mehr.Viele Menschen mit Neuridivergenz haben schon früh gehört, sie sollen doch „mal etwas zuende bringen“ und „nicht immer gleich das Handtuch schmeißen.“ Das führt zu Unsicherheit – wann ist es in Ordnung, etwas abzubrechen? Und wann gibtman einfach zu früh auf?

    Wir sprechen in dieser Folge über unsere eigenenErfahrungen.

    Haben wir schon einmal Projekte abgebrochen? Welche (guten und schlechten) Gründe gibt es, ein Projekt/Vorhaben/usw. abzubrechen? Wie entscheidet man, ob man etwas abbricht oder ob es sich lohnt, doch dran zubleiben? Wann ist etwas wirklich "abgebrochen"?


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