エピソード

  • #67 Alexander Schmidt – Ist Versicherung disruptionsresistent oder träge?
    2026/03/24

    Versicherung ist womöglich nicht träge, sondern nur schwer zu erschüttern. Gerade darin liegt die Pointe von Dr. Alexander Schmidt: Eine Branche, die vom Versprechen auf ferne Hilfe lebt, lässt sich nicht so leicht umpflügen wie ein Markt für Smartphones oder Streaming-Abos. Wer eine Police kauft, erwirbt kein Produkt zum Anfassen, sondern Vertrauen — und Vertrauen liebt keine modische Hektik.

    Alexander beschreibt eine Welt, in der technischer Fortschritt selten als Feuerwerk erscheint, sondern als zäher Umbau bei laufendem Betrieb. Großrechner leben länger als Managementmoden, nicht weil niemand Veränderung will, sondern weil Millionen alter Verträge nicht auf Zuruf verschwinden. Vieles, was einst als Umsturz verkauft wurde — IoT, Blockchain, Insurtech-Euphorie — besaß am Ende mehr Lautstärke als Wirksamkeit.

    Künstliche Intelligenz aber könnte mehr sein als der nächste Hype. Nicht, weil sie morgen alles vernichtet, sondern weil sie still in jede Stufe der Wertschöpfung einsickert: ins Underwriting, in den Service, in die Schadenbearbeitung, in die Betrugsabwehr. Die Revolution kommt nicht als Paukenschlag, sondern als Prozess.

    Bemerkenswert ist dabei Alexanders Nüchternheit. Weder Technikromantik noch Abwehrreflex bestimmen seinen Blick, sondern die Einsicht, dass Versicherungen an einem menschlichen Rest hängen: Jemanden zu kennen, der im Schadenfall ans Telefon geht. Vielleicht bleibt genau das, bei aller Agentic AI, der eigentliche Kern des Geschäfts — dass am Ende selbst in einer Bot-zu-Bot-Welt noch jemand für ein Versprechen geradestehen muss.

    Zu Gast:

    Dr. Alexander Schmidt, Chief Underwriting Officer der Zürich Gruppe Deutschland

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    45 分
  • #66 Oliver Graumnitz – Ist Zukunft real?
    2026/03/10

    Versicherung wird nicht an zu wenig Ideen scheitern, sondern an zu viel Vorsicht. Oliver Graumnitz beschreibt eine Branche, die sich nicht mehr fragen kann, ob sie sich verändert, sondern nur noch, ob sie den Takt der Veränderung mitbestimmt. Künstliche Intelligenz ist dabei nicht bloß ein weiteres Werkzeug im Maschinenraum. Sie tritt an die Oberfläche, spricht mit Kunden, versteht Absichten, stößt Prozesse an und erledigt im Hintergrund ganze Aufgabenketten. Der eigentliche Umbruch liegt nicht in der Technik, sondern in der neuen Sichtbarkeit von Technik.

    Oliver denkt diesen Wandel nicht als Triumph der Maschine, sondern als Neuverhandlung der Zuständigkeiten. Gerade weil sich Sprachmodelle dem Menschlichen annähern, wird die Frage drängender, wo menschliche Beratung unverzichtbar bleibt: dort, wo Entscheidungen nicht nur rational, sondern biografisch und emotional sind. Eine Lebensversicherung ist eben mehr als ein sauber gelöster Case.

    Pointiert wird das Gespräch dort, wo deutsche Gründlichkeit auf technologische Beschleunigung trifft. Jahrzehntelang ließ sich Innovation vertagen; diesmal nicht. Wer weiter alles durchplanen will, bevor er beginnt, verwechselt Kontrolle mit Zukunftsfähigkeit. Die klügere Haltung ist das kontrollierte Ausprobieren: kleine Teams, begrenzte Risiken, schneller Nutzen.

    So wird aus dem Technikthema eine Kulturfrage: Nicht Perfektion schützt Unternehmen, sondern Lernfähigkeit.

    Zu Gast:

    Oliver Graumnitz, Innovation Lead DACH bei Concentrix

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    47 分
  • #65 Stefan Wirtz – Lieben KI-Agenten das Chaos?
    2026/02/17

    KI wird im Versicherungsvertrieb nicht zum Roboterarm, der Menschen ersetzt – sondern zum Scheinwerfer, der gnadenlos zeigt, wo Prozesse noch im Nebel stochern. Wer keine strukturierten Daten hat, kann sich jeden „Agenten“ schönreden; er wird trotzdem nur so klug sein wie das Chaos dahinter. Genau darin liegt die Provokation: Der Hype ist echt, aber er bestraft Unordnung.

    Stefan Wirtz beschreibt im Gespräch mit Mathias Harrassowitz und Christian Granseier ein Modell, das weniger nach Insurtech-Romantik klingt als nach industrieller Fertigung: eine „Insurance Factory“, die nicht nur Tarife verkauft, sondern Kernsysteme, Schaden- und Vertragsbearbeitung, Inkasso, Output, Archiv – das ganze End-to-End-Gewerbe. Der Clou ist nicht Technik um der Technik willen, sondern Geschwindigkeit: Neue Kanäle, neue Marken, neue Sparten – wie ein Speedboot neben dem Tanker. Dass ein Platzhirsch wie die HUK-Coburg für Makler- und Flotten-Kfz genau diesen Umweg wählt, sagt mehr über die Trägheit klassischer IT-Roadmaps als über irgendeine Nische.

    Im Vertrieb verschiebt sich damit die Macht: Weg von Beziehung als Standard, hin zum Tarif als stärkstem Verkäufer – zumindest im Privatkundengeschäft, wo Vergleichsplattformen längst vorführen, wie emotionslos Kaufentscheidungen werden können. Menschen bleiben wichtig dort, wo Risiken komplex sind; überall sonst wird die entscheidende Frage lauten, ob der Kunde lieber mit einer Maschine spricht – oder mit niemandem.

    Hier geht es zur erwähnten Ausgabe unseres Journals "The Elephant": https://www.carls-zukunft.de/journal/

    Zu Gast:

    Stefan Wirtz, Vorstand Vertrieb bei der Neodigital Versicherung AG

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    46 分
  • #64 Melanie Kramp-Gerstner – Sind wir auf 2026 und danach ausreichend vorbereitet?
    2026/01/27

    Wenn die Generali-Vorständin Melanie Kramp-Gerstner vom Zukunftsfestival „The Elephant“ 2026 spricht, klingt zwischen den Zeilen eine ungewohnte Dringlichkeit an. Der Rückblick gerät zum Aufbruch: Nicht, weil dort Visionen entwickelt wurden – das tun viele –, sondern weil deutlich wurde, wie weit die Wirklichkeit anderswo bereits ist. Länder mit höherer technologischer Taktung, flexibleren Gesellschaften und mutigeren Organisationen setzen Standards, während Deutschland sich oft im eigenen Prozessfimmel verliert.

    Melanie bringt es im Gespräch mit Mathias Harrassowitz und Christian Granseier auf den Punkt: Die zentrale Frage ist nicht mehr, was in fünf oder zehn Jahren passiert, sondern ob wir überhaupt so viel Zeit haben. Der Festival-Hotseat, ein bewusst konfrontatives Format, legte diese Spannungen offen. Wer dort spricht, wird nicht beklatscht, sondern hinterfragt – eine Einladung zum Denken unter Druck.

    Im Zentrum: Digitale Souveränität als kulturelle Reifeprüfung. Gemeint ist nicht nur technologische Autonomie, sondern die Fähigkeit von Organisationen, schnell, dezentral und kundenzentriert zu handeln. Alte Muster – zentral denken, dezentral befolgen – sind dafür hinderlich. Zukunft entsteht nicht aus Anweisungen, sondern aus Verstehen.

    Und dann ist da noch die KI: zugleich Beschleuniger und Bedrohung. Schon heute schreiben Maschinen juristisch klingende Kundenbriefe oder manipulieren Dokumente. Die Reaktion darauf? Ebenfalls KI – ein technologischer Wettstreit, der auch kulturell entschieden wird.

    „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos“, sagt Melanie zum Abschluss. Vielleicht ist das der eigentliche Impuls von „The Elephant“: Der Elefant im Raum ist die Veränderung – und keiner kann sich mehr leisten, ihn zu übersehen.

    Die erwähnte Folge mit Stefanie Hauer, Investorin für naturpositive Geschäftsmodelle, findet sicher hier: https://www.carls-zukunft.de/die-natur-als-der-beste-business-case-stefanie-hauer-investorin/

    Zu Gast:

    Melanie Kramp-Gerstner, Chief Customer Officer (CCO) bei der Generali Deutschland AG

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    51 分
  • #63 Maximilian Beck – Die IDEAL im Fadenkreuz der Cyberkriminalität
    2026/01/13

    Es gibt Sätze, die in Vorstandsetagen fast nie öffentlich fallen – schon gar nicht nach einer Cyberattacke. Umso bemerkenswerter ist, dass Maximilian Beck, Vorstandsvorsitzender der IDEAL Versicherungsgruppe, erstmals überhaupt über den konkreten Vorfall spricht. Nicht als glatte Erfolgserzählung, sondern als Blick in den Maschinenraum: Was passiert, wenn plötzlich nichts mehr „normal“ ist – und trotzdem Entscheidungen in Minuten getroffen werden müssen?

    Maximilians vielleicht stärkster Impuls ist radikal schlicht: Wenn es sich falsch anfühlt, zieh den Stecker. Nicht aus Aktionismus, sondern aus Respekt vor dem, was auf dem Spiel steht: Vertrauen. Effizienz ist dann nur noch ein hübsches Wort von gestern, Robustheit wird zur eigentlichen Währung.

    Die Worte klingen an keiner Stelle nach Lehrbuch, weil Maximilian nicht über „Cyber“ redet, sondern über Menschen im Ausnahmezustand: über den Moment, in dem Kommunikation wieder analog wird, Zuständigkeiten plötzlich glasklar sein müssen und Führung sich nicht in Memos beweist, sondern in Ruhe, Prioritäten und Wiederholung. Resilienz ist hier keine Versicherungspolice – sie ist ein Muskel, der nur durch Training existiert.

    Wer in der Branche Verantwortung trägt, hört daraus mehr als eine einzelne Episode: eine Blaupause dafür, wie schnell aus „IT-Thema“ ein Unternehmensmoment wird. Und warum die entscheidende Frage nicht lautet, ob es passiert – sondern wie man handelt, wenn es passiert.

    Zu Gast:

    Maximilian Beck, Vorstandsvorsitzender der IDEAL Versicherungsgruppe

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    44 分
  • #62 Trau dich, 2026!
    2025/12/23

    Das größte Hindernis für Transformation ist nicht Technologie, sondern Selbsttäuschung. Christian Granseier und Mathias Harrassowitz sprechen in ihrer Jahresrückblicksfolge mit Michael Carl nicht über Rückspiegel, sondern über blinde Flecken. Ihre Diagnose: Die Branche redet über Fortschritt, doch sie fürchtet ihn zugleich. Sie testet statt zu transformieren, vertraut auf Regulatorik als Ausrede und verwechselt Planung mit Ergebnis.

    Mathias benennt einen zentralen „Elefanten im Raum“: den Mangel an Ehrlichkeit. Ehrlich wäre, sich einzugestehen, dass bestehende Organisationsstrukturen an ihre Grenzen stoßen – nicht irgendwann, sondern jetzt. Die Komfortzone wird zur Todeszone, wenn Unternehmen hoffen, das Alte mit KI zu beschleunigen, statt es neu zu denken. Noch gravierender: Wenn Vorstände sich in vermeintlichem Erfolg ausruhen, weil die Zahlen stimmen, unterschätzen sie das eigentliche Risiko – das, zu spät zu reagieren.

    Christian wiederum mahnt zur Geschwindigkeit. KI ist nicht mehr ein Zukunftsthema, sondern Gegenwartstechnologie. Wer heute nicht kooperiert, wird morgen irrelevant. Wer glaubt, die Transformation in isolierten Testfeldern abwickeln zu können, verkennt die neue Normalität: Der Ausnahmezustand ist der Standard.

    Die zentrale Erkenntnis: KI ist nicht der Feind des Menschen, sondern des Mittelmaßes. Aber nur, wenn man sie nutzt – mit Mut, mit Partnern und mit dem Willen, auch intern wirklich neu zu denken. Der Elefant im Raum verschwindet nicht, wenn man ihn ignoriert. Er verschwindet erst, wenn man den Mut hat, ihn anzusehen.

    Genau darum geht es auch beim "The Elephant" Festival 2026 am 13.01.2026 in Leipzig: um die großen, unbequemen Fragen. Um ehrliche Debatten jenseits von Buzzwords. Um Transformation, die nicht simuliert, sondern gemeint ist. Das Festival bringt Entscheider:innen, Vordenker:innen und Praktiker:innen zusammen, die bereit sind, den Elefanten nicht nur zu benennen – sondern ihm zu begegnen.

    Tickets & Infos: https://www.carls-zukunft.de/festival-the-elephant-2026

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  • #61 Oke Heuer – Brauchen wir in Zukunft noch Banken?
    2025/12/09

    Eine Bank, die Weltspartage mit Kindergartenkindern feiert und gleichzeitig KI-gestützte Services ausrollt – die Sparkasse zu Lübeck lebt einen bemerkenswerten Widerspruch, der keiner ist. Oke Heuer, Vorstand der Sparkasse, beschreibt ein Bankenmodell, das nicht zwischen analog und digital entscheidet, sondern beides radikal integriert. Die Nähe zum Kunden ist hier kein nostalgisches Versprechen, sondern ein strategisches Prinzip: echte Begegnung im Stadtteil, persönliche Beratung für Gründer und Senioren, ein S‑Corner für junge Menschen mit 10.500 Followern.

    Die Pointe liegt darin, dass diese Menschlichkeit nicht im Widerspruch zur digitalen Transformation steht. Im Gegenteil: KI wird bewusst als Ergänzung verstanden – zur Entlastung, nicht zum Ersatz. Es geht um das „sowohl als auch“: Avatare und Stadtteiltische, Remote‑Beratung und Weltspartag, App und Augenhöhe.

    In einer Welt des strukturellen Wandels, so Oke, wird die Regionalbank zur sozialen Infrastruktur. Sie stiftet nicht nur ökonomische Teilhabe, sondern auch kulturelle Relevanz. Und genau das macht sie unersetzlich: nicht, weil sie sich dem Fortschritt verweigert, sondern weil sie ihn mit Haltung gestaltet. Die vielleicht wichtigste Einsicht aus dem Gespräch mit Mathias und Christian Granseier: Digitalisierung ist nicht die Alternative zum Menschen, sondern seine Voraussetzung in der neuen Welt.

    Zu Gast:

    Oke Heuer - Vorstand Sparkasse zu Lübeck AG

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    50 分
  • #60 Peter Bochnia – Wie stoppen wir das Agentursterben?
    2025/11/25

    Peter Bochnia liefert eine Antwort, die zugleich einfach und komplex ist: indem man aufhört, es als Sterben zu begreifen. Der klassische Vermittlerberuf hat sich längst gewandelt – von der nebenberuflichen Mini-Agentur zum mittelständischen, lokal verwurzelten Betrieb mit Führungsverantwortung, Teamstruktur und digitalen Schnittstellen. Wer heute eine Agentur führt, ist Unternehmer, nicht Einzelkämpfer.

    Bemerkenswert im Gespräch mit Mathias Harrassowitz und Christian Granseier ist Peters fester Glaube an das Konzept der Ausschließlichkeit – ein Prinzip, das andernorts längst als Auslaufmodell gilt. Doch genau diese gegenseitige Bindung zwischen Unternehmen und Vertrauensperson ermöglicht ein Maß an Loyalität und Prozessklarheit, das in der Vertriebslandschaft Seltenheitswert hat. Wenn andere sich aus der Fläche zurückziehen, bleibt die LVM präsent – und wächst gerade dort, wo es kaum noch Konkurrenz gibt.

    Das Agentursterben sei nicht die Folge eines veralteten Modells, sondern einer fehlenden Anpassung. Digitalisierung, KI, Diversität – das sind für Peter keine Bedrohungen, sondern Ressourcen. Die digitale Vertriebsstrategie etwa wird nicht zentral ausgerollt, sondern gemeinsam mit den Agenturen entwickelt. Dass 400 bis 500 Bewerbungen monatlich eingehen, ist kein Zufall, sondern Ergebnis eines durchdachten Kulturwandels.

    Agenturen sterben nicht, wenn man sie ernst nimmt – als Orte der Begegnung, der Verantwortung und der regionalen Identität. Wer das versteht, muss nicht gegen das Agentursterben kämpfen. Er gestaltet schlicht eine neue Generation von Agenturen.

    Zu Gast:

    Peter Bochnia, Vertriebsvorstand bei der LVM Versicherung

    Link zur genannten Recruitingseite: https://karriere.lvm.de/

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    51 分